Weinbauinstitut (IVV)

Das Institut

Auslöser für die Errichtung des Weinbauinstitutes im Jahre 1925 waren Pilzkrankheiten und Schädlinge, vor allem war es die Reblaus, die damals dem einheimischen Weinbau stark zusetzte. Aufgabe des Instituts damals war es durch praktische Arbeiten auf dem Gesamtgebiet der Weinwirtschaft den Winzern bei der Überwindung ihrer damaligen schwierigen Situation zu helfen und sie mit Rat und Tat zu unterstützen.

Dabei hat das Weinbauinstitut durch innovative und praxisbezogene Lösungen die einheimischen Winzer in der Flut neuer Herausforderungen ständig begleitet und ihnen seine Hilfestellung angeboten.

Heute ist das Institut neben einer modernen Verwaltungsstelle immer noch eine wichtige Versuchsanstalt in vielen weinbaulichen und kellerwirtschaftlichen Bereichen. Mit seinen 6 Hektar Weingärten ist es zu einer Schnittstelle von Theorie und Praxis, von Forschung, Entwicklung, Beratung und Weiterbildung geworden. Zukunftsweisende Methoden werden erprobt und bis hin zur Praxisreife entwickelt.

Wesentliche Aufgaben sind heute die angewandte Forschung und die praxisbezogene Versuchstätigkeit in den Bereichen Pflanzenschutz, pilztoleranter rebsorten , Entwicklung umweltschonender Produktionsverfahren, Rebenernährung, Weinbau, Weinbehandlung und Oenologie sowie Maßnahmen der Fort- und Weiterbildung.

Darüber hinaus spielt das Weinbauinstitut, im Rahmen der « AOP Moselle luxembourgeoise », eine bedeutende Rolle bei der amtlichen Prüfung von Qualitätsweinen und Sekten. Alle Qualitätskriterien zu kontrollieren und zu überwachen ist die wichtige Aufgabe, welche das Institut in diesem Bereich übernimmt.

Das Institut ist ebenfalls ein bedeutender Ansprechpartner was die Aus- und vor allem die Weiterbildung der Winzer betrifft. Vorträge, Seminare und Weiterbildungskurse, die sich mit den wichtigen Fragestellungen und Themenbereichen der Weinwirtschaft befassen, werden angeboten, um die neuen Erkenntnisse in Weinbau und Kellerwirtschaft an die Winzer zu übermitteln. Auf diese Weise wird das Institut der Forderung für einen nachhaltigen Weinbau gerecht und gibt die Möglichkeit die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Weinbaus weiter auszubauen.

Im Rahmen der Agrarpolitik verwaltet das Weinbauinstitut die Weinbergsparzellen, verschiedene staatliche Beihilfen sowie EU-Förderprogramme für den Weinbau.

Im Rahmen Weinbaupolitik steht das staatliche Institut als Bindeglied zwischen dem Winzerberuf, dem Weinbauministerium und der EU-Kommission. Ihm obliegt die Aufgabe die nationalen gesetzlichen Bestimmungen sowie die EU-Verordnungen in die Praxis umzusetzen und ihre Anwendung in den Weinbaubetrieben zu kontrollieren und zu überwachen.

Vorgeschichte

Im Jahre 1884 trat Luxemburg dem deutschen Zollverein bei. Deutschland war zu dieser Zeit im Aufbruch der Industrialisierung und der neue Reichtum machte sich mit einem gestiegenen Sektverbrauch bemerkbar. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, kaufte der deutsche Handel in diesen Jahren fast die gesamte Luxemburger Weinproduktion auf. Am Anfang des 20 Jahrhunderts war der Luxemburger Weinbau auf einem wirtschaftlichen Höhepunkt, die Weinpreise stiegen ins Unermessliche.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde der Zollverein aufgelöst und fast der gesamte deutsche Markt entfiel für unsere einheimischen Weine. Neben dieser wirtschaftlichen Misere kam dann noch der Schädlingsbefall der Reblaus dazu. Dieser Schädling befiel die Wurzeln der Rebe, so dass es erforderlich war die gesamte bestockte Rebfläche auf reblausresistente Unterlagen umzupflanzen. Der bis dahin nur Rohprodukte liefernder Weinbau musste also komplett neu umgestellt werden, um überhaupt überleben zu können.

Es setzte sich schlagartig eine Rekonstruktionsbewegung in Gang, die trotz der Weltwirtschaftskrise in kaum 20 Jahren den Luxemburger Weinbau schuf, den wir heute kennen.

 Im Rahmen dieser Reformen, wurde auch 1925 die Staatliche Weinbaustation gegründet, um den Winzer bei der Umstellung ein wissenschaftliches und weinbauliches Fundament zu geben. Damals bestand die Hauptaufgabe darin den Winzern das nötige Pflanzungsmaterial bei der Neuanpflanzung der Weinberge zur Verfügung zu stellen.

Doch die rasante Entwicklung machte weitere Änderungen notwendig und im Laufe der Zeit kamen neue Aufgaben hinzu. Durch die Gesetze von 1945, 1963, 1976 und 2003 wurden die Missionen des Weinbauinstitutes erweitert. Im Jahre 1962 wurde das neue Gebäude eingeweiht.

Hinzu kamen Missionen im Bereich der Beziehungen zu EU-Institutionen, der Weinbaukartei, der Weinkontrolle, der Marque Nationale des Vins luxembourgeois (Office Nationale de l'Appellation d'Origine Protégée - Moselle luxembourgeoise), der Weinanalyse sowie im Bereich der Verwaltung von Fördergeldern.

Organigramm

Das Weinbauinstitut ist neben einer modernen Verwaltungsstelle eine wichtige Versuchsanstalt in vielen weinbaulichen und kellerwirtschaftlichen Bereichen. Folgende Themenbereiche werden von den 4 Abteilungen des Weinbauinstitutes abgedeckt:

Weinbau und Beihilfen

Die Abteilung Weinbau hat folgende Aufgabenbereiche: Praxisbezogene Versuchstätigkeit, Sortenversuche, Kontrolle der Rebschulen, Überwachung der Umpflanzungen und Neupflanzungen von Weinbergsparzellen innerhalb des Weinbauperimeters, Abgrenzung des Weinbaugebietes, Lagenabgrenzung, Umsetzung der EU-Weinbaugesetzgebung, Versuchswesen und Beratung im ökologischen Weinbau, Beratung der Winzer, Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen, Verwaltung verschiedener Beihilfen, Weinbaukartei, Internetseite des Weinbauinstitutes, Weinbaustatistiken (Weinjahr).

Weinlabor

Das Weinlabor führt die offiziellen analytischen Prüfungen aller Moste, Weine, Schaumweine und luxemburgischen Crémants durch. Desweiteren bietet das Weinlabor eine Beratung bei der Weinbereitung an. Zu diesem Zweck ist eine analytische Prüfung der Jungweine und Weine unumgänglich.

Weinkontrolle und AOP

Die Abteilung Weinkontrolle überprüft ob die strengen Kriterien des Lastenheftes der AOP-Moselle Luxembourgeoise  eingehalten werden. Neben den Qualitätsweinen müssen durch die Weinkontrolle alle Weine stichprobenartig kontrolliert werden. Diese Kontrollen können aus sensorischen Begutachtungen, Prüfung der Kellerbücher, Verwendung von Weinbehandlungsmitteln, Entnahme von Proben zur analytischen und sensorischen Prüfung, Kontrolle der Bezeichnung der Weine bestehen.

Staatsweingut

Die Weinbaudomaine des Luxemburger Staates umfasst rund 5 Hektar Weinberge, gelegen in Remich, Stadtbredimus, Ehnen sowie Dreiborn.

Vorgänge

 

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