Landwirtschaftlicher Wirtschaftsdienst (SER)

Die Verwaltung

Der landwirtschaftliche Wirtschaftsdienst (Service d’Économie Rurale, SER) untersteht dem für die Abteilung für Landwirtschaft und Weinbau zuständigen Regierungsmitglied.

Der SER wurde 1964 durch das Gesetz vom 21. Dezember 1964 über die Einrichtung eines Amtes für ländliche Wirtschaft gegründet.

Seine derzeitigen Tätigkeiten sind im geänderten Gesetz vom 25. Februar 1980 über die Organisation des landwirtschaftlichen Wirtschaftsdiensts (loi modifiée du 25 février 1980 portant organisation du service d’économie rurale) festgelegt.

Zuständigkeitsbereich

  • Die Aufgaben des SER können folgendermaßen unterteilt werden:
  • Erstellung von objektiven und zweckdienlichen Informationen über die allgemeine wirtschaftliche und soziale Lage in der Landwirtschaft und im Weinbau sowie über die spezielle Lage in den verschiedenen Betriebskategorien; zu diesem Zweck Durchführung von Umfragen und Erstellung von statistischen und wirtschaftlichen Analysen und insbesondere Aufbau und Führung eines Netzes von einzelbetrieblichen Buchführungen landwirtschaftlicher Betriebe;
  • betriebswirtschaftliche Beratung der Landwirte in der Betriebsführung und ‑orientierung;
  • Förderung der überbetrieblichen Zusammenarbeit zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben sowie deren Anpassung an sich ändernde ökonomische, soziale und umweltpolitische Bedingungen;
  • Erstellung des jährlichen Berichts über die wirtschaftliche und soziale Lage in der Landwirtschaft und im Weinbau;
  • Studium, Beobachtung und Überwachung der landwirtschaftlichen Märkte und Ableitung von voraussichtlichen Entwicklungen zwecks Orientierung der Produktion nach Maßgabe der Nachfrage und des rentablen Absatzes;
  • Studium der wirtschaftlichen Situation der Verarbeitungsbetriebe von landwirtschaftlichen und weinbaulichen Produkten und Suche nach geeigneten Mitteln zur Förderung der Entwicklung dieser Betriebe;
  • Beteiligung an der Ausarbeitung der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union und an deren Anwendung und Durchführung auf nationaler Ebene;
  • Erstellung von speziellen, ihm aufgetragenen Studien und Erhebungen über die wirtschaftliche und soziale Lage in der Landwirtschaft und im Weinbau.

Vorgeschichte

Der SER wurde 1964 in den Anfangsjahren der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gegründet mit dem Ziel, die teilweise schon bestehenden kleinen Dienststellen des Landwirtschaftsministeriums zusammenzuführen und neue Aufgaben wahrzunehmen, um die luxemburgische Landwirtschaft und ihre Landwirte wirtschaftlich fit zu machen im Umfeld des entstehenden Europas und um zu helfen, die Interessen der luxemburgischen Landwirtschaft auf europäischer Ebene zu vertreten.

Die Schaffung des SER drängte sich im Jahre 1964 wegen der komplizierter und vielschichtiger werdenden Aufgaben, die das Landwirtschaftsministerium zu bewältigen hatte, auf. Es ging darum, das Ressort der Landwirtschaft möglichst effektiv und wirksam arbeiten zu lassen.

Bis 1964 hatte das Landwirtschaftsministerium zeitweilige Dienststellen eingerichtet (zum Beispiel: Dienststelle für ökonomische Studien, Dienststelle für landwirtschaftliche Märkte, Dienststelle für landwirtschaftliche Buchführung...), deren Personal sich zusammensetzte aus detachierten Beamten aus anderen Verwaltungen oder aber aus zeitweiligen Angestellten.

Angesichts der unzureichenden Koordinierung und Ausstattung dieser Dienststellen sowie der europäischen Integration musste das Landwirtschaftsministerium sich mit dem erforderlichen Rahmen ausstatten.

Die Schaffung des SER visierte vor allem die leistungsfähigere Erstellung objektiver Informationen über die ökonomische und soziale Lage der Landwirtschaft und des Weinbaus. Die Ausarbeitung dieser Basisdaten war zum Zeitpunkt, wo sich tiefgreifende Umgestaltungen der ökonomischen Strukturen in Landwirtschaft und Weinbau in Luxemburg bemerkbar machten, von größter Wichtigkeit.

Die Mission des SER dehnte sich ebenfalls auf Marktprobleme aus. Es ging darum, für die Zukunft nicht nur die Anwendung der Marktorganisationen zu überwachen, sondern auch die Tendenzen abzuleiten und die je nach Absatzmöglichkeiten verschieden auszurichtenden landwirtschaftlichen Produktionen zu studieren.

Außerdem bekam der SER die Aufgabe, die luxemburgischen landwirtschaftlichen Interessen in den verschiedenen internationalen Organisationen zu vertreten und anhand der vorhandenen Studien sich an den Diskussionen innerhalb dieser internationalen Gremien optimal zu beteiligen. Der SER ermöglichte außerdem dem Landwirtschaftsministerium Anfragen (vor allem seitens internationaler Organisationen und im besonderen seitens der Europäischen Union) zu statistischen oder ökonomischen Informationen besser nachkommen zu können.

Seither hat sich die Bandbreite der Aufgaben kaum geändert, aber das Arbeitsausmaß hat in verschiedenen Teilen zugenommen.

So mussten zum Beispiel im Laufe der Jahre die Dienststellen für landwirtschaftliche Märkte einer kompletten Reorganisation unterzogen werden um ihre Funktionsweise den gemeinsamen Marktorganisationen anzupassen.

Organigramm

Der Dienst besteht aus einer Direktion und 3 Abteilungen.

Direktion

Allgemeine Koordination, juristische Fragen, Personal- und Budgetfragen, technische Ausrüstung, usw.  

Verzeichnis

Abteilung für Direktzahlungen

Mitwirkung bei der Ausarbeitung der GAP im Bereich Direktbeihilfen, Verwaltung der Direktbeihilfen (Basisprämie, Ausgleichszulage, Landschaftspflegeprämie) und der Konditionalität, Beziehungen zu anderen Verwaltungen im Rahmen der Verwaltung und Kontrolle der Beihilfeanträge, Führung des Betriebsregisters, nichtstreitige Verwaltungsverfahren.

Verzeichnis

Abteilung für Agrarmanagement, -buchführung und landwirtschaftliche Nachbarschaftshilfe

Erstellung der Buchführung für eine Reihe landwirtschaftlicher Betriebe und Weinbaubetriebe, Betriebsberatung, Mitwirkung bei der Ausarbeitung des Agrargesetzes und dessen Umsetzung, Vertretung in einer Reihe offizieller Stellen und Arbeitsgruppen

Verzeichnis

Abteilung für Agrarstatistik, landwirtschaftliche Märkte und Außenbeziehungen

Erstellung von Agrarstatistiken über die landwirtschaftliche Erzeugung, landwirtschaftliche Gesamtrechnungen, Verwaltung und Kontrolle der Agrarmärkte (Getreide, Ölsaaten und Eiweißpflanzen (GÖE), Milch und Milcherzeugnisse, Viehbestand und Fleisch aus Tierhaltung), Beteiligung an der Ausarbeitung der GAP im Bereich Agrarmärkte

Verzeichnis

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